Diskussionsergebnis
Tagung des ALPENFORUMS
am 10. April 1996 in Murau
1. Politische Aspekte
Beschleunige Ratifizierung der ALPENKONVENTION sowie eines konsensfähigen Verkehrsprotokolls und anderer Protokolle der Konvention durch die Signatarstaaten der Konvention
Regionalspezifische Förderung aktiver Strukturmaßnahmen der Land- und Forstwirtschaft, des Handwerks und der Dienstleistungsunternehmen, sowie anderer Klein- und mittelländischer Unternehmen im Alpenraum.
Effiziente Gestaltung der wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen auf EU-Ebene, sowie auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene,
Namentlich Anreizsysteme fiskalischer Natur)
Innovationsförderung, insbesondere zur Förderung von Betriebsneugründungen.
Multifunktionalität der Landwirtschaft im Alpenraum als moderne Leitidee.
2. Ökologische Aspekte
Sinnvolle Begrenzung ökologischer Belastungen auf der Grundlage seriöser, regionalspezifischer Belastungsstudien.
Kein „Wildwuchs“ bei touristischen Neuerschließungen, Seilbahnen und Hotelbauten.
Zurückhaltender Einsatz künstlicher Beschneiung.
Verbot des Helikopter-Skiing.
Einführung eines Tourismus-Ökoaudits auf freiwilliger Basis
Aktive Schutzgebiet Ausweisungen im Konsens mit der betroffenen Bevölkerung
Beispiel: Nationalpark-Projekte Kalkalpen und Donauauen
Ausweisung ausreichend großer, regionaler Ruhezonen, als Grundlage für einen gesunden Wildbestand
3. Ökonomische und soziokulturelle Aspekte
Initiativen zur innovativen Restrukturierung im wirtschaftlichen Bereich, beispielsweise:
Ausbau der Telekommunikation
Aufbau von Telezentren (Kooperation von Wirtschaftsverbänden und Kommunen)
Marketingstrategien zur Verkaufsförderung von Bergprodukten mit regionalspezifischem Label und Qualitätsimage.
Gezielte Förderung von Ausbildungs- und beruflichen Optionen im Dienstleistungsbereich (auch außerhalb der Tourismusbranche)
4. Speziell Verkehrsaspekte
Kein Neubau weiterer, alpenquerender, hochrangiger Strassen oder Autobahnen
Kritische Überprüfung nationaler oder europäischer (gesamtwirtschaftlich fragwürdiger) Transitoptionen im Verkehrswesen (Stichwort: Subventionierter Warentourismus).
Aktive Förderung von Huckepack bzw. Kombisystemen für die Kombination von Strassen und Schienentransport
Unterstützung durch die Signatarstaaten der Alpenkonvention sowie der EU für transalpine Tunnelprojekte und des Schienenausbau (Beispiel NEAT).
Einführung und Überprüfung einheitlicher Transport- und Straßenmautgebühren in den Signatarstaaten der Konvention sowie Frachtraumbegrenzung für LKWs
|
„Die Alpenkonvention: Eine Perspektive für die Zukunft“ Forderungskatalog |