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Klima und Polareis T-Online hat jüngste Forschungsergebnisse über die Entwicklung des arktischen und antarktischen Eises zusammengefasst. Demnach erfolgen die bereits seit geraumer Zeit beobachteten Veränderung in den Polareiszonen (Grönlandgletscher und Arktis) wesentlich schneller und intensiver als bislang angenommen., wie auf einer Konferenz der Geophysikalischen Gesellschaft in San Franzisko berichtet wurde. Mark Meier von der Universität Colorado in Boulder wies auf der internationalen Tagung der Amerikanischen Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften (AAAS) in Boston darauf hin, dass sich die Rate des Eisverlustes seit 1988 mehr als verdoppelt hat. Entsprechend steigt der Meeresspiegel nach neuen US-Studien schneller als bislang vorhergesagt. Das International Panel on Climate Change IPCC habe die weltweite Eisschmelze offenbar unterschätzt. Als Folge des Eisverlustes könne der Meeresspiegel in diesem Jahrhundert um mindestes 20 cm ansteigen,. IPCC war in seinem 2001 veröffentlichten Report noch von 5 bis 11 cm ausgegangen. Insbesondere die großen Gletscher an der Westküste von Alaska und Nordkanada schmelzen rasant. Die Auswertung von Satellitenmessungen durch David Robinson zeigt, dass nicht nur die Schneebedeckung in Europa und Nordamerika zurückgeht, sondern auch die Schneeschmelze im Frühjahr setzt immer früher ein. Das kürzliche Auseinanderbrechen des riesigen Larsen-Eisschildes muss nach Auffassung von Tim Naish (Institut für Geologische und Nukleare Wissenschaften in Neuseeland)n als Alarmzeichen gewertet werden. Die Gesamtfläche des Larsen-Eisschildes ist seit 1986 von 15.500 Quadratkilometer auf nunmehr 4500 Quadratkilometer zurückgegangen. Offenbar ist auch die Stabilität des größten Eisschildes der Antarktis, das Ross-Eisschild, gefährdet. Das Ross-Eisschild umfasst eine Fläche von 536 000 Quadratkilometern und entspricht damit der Fläche von ganz Frankreich. Untersuchungen der Nasa und der Kanadischen Raumfahrtbehörde zeigen, dass sich gewaltige Eisströme vom Landesinnern zu den Ozeanen hin bewegen. Nach dem spektakulären Auseinanderbrechen eines riesigen Teils des Larsen-B-Eisschildes ist in der Westantarktis ein noch größerer Eisberg entstanden: Ein Großteil der schwimmenden Eiszunge des Thwaites-Gletschers ist nun als ganzes Stück mit einer Abmessung von 40 mal 85 Kilometer abgerissen. Die umfangreichen glazialen Veränderungen haben nach Auffassung der Wissenschaftler eine massive Wirkung auf die weltweite Klimaentwicklung und sind durch natürliche Einflüsse allein nicht zu erklären, sondern sind anthropogen mit beeinflusst. Quelle: T-Online 09.12.2002
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