Einfluss von Großprojekten auf die nachhaltige Entwicklung
Philipp Schmid

In der Schweiz haben diverse Projekte, die in den letzten Jahren lanciert wurden bzw. lanciert werden soll(t)en, die potentielle Bedeutung solcher Projekte für die Förderung einer nachhaltigen Entwicklung in der jeweiligen Region ins Bewusstsein gerückt.. Gerade die Bewerber für Olympische Winterspiele in Sion 2006 und in Bern 2010 unterstreichen immer wieder die Bedeutung der betreffenden Projekte für eine langfristige Entwicklung der Region. Ähnliche Argumente werden auch bei anderen Großprojekten vorgebracht:

  • Beim Bau des Jahrhundertwerkes NEAT am Gotthard und am Lötschberg
  • Bei der Expo. 02. Sie soll der Drei-Seen-Region nach dem Ende der Schweizer Landesausstellung zu neuen Impulsen verhelfen.
  • Beim Mystery Park im Berner Oberland. Dieses Projekt gewinnt nach Meinung der Initiatoren eine zentrale Bedeutung für die weitere touristische Entwicklung. Sinngemäß soll dies auch für das UNESCO-Label für die Region Aletsch-Jungfrau-Bietschhorn gelten.

Allen diesen Projekten ist gemeinsam, dass die Promotoren während der Projektierung und Finanzierung mit Nachdruck (und entsprechenden Studien) auf das wirtschaftliche, touristische und kulturelle Potential ihres Projektes für die gesamte Region hinweisen. Sind die Projektarbeit aber erst einmal konkret in Gang gekommen, gerät die "Vorbereitung der Zeit danach", d. h. die aktive Gestaltung der Zukunft, eher in Vergessenheit. Erst viel zu spät, nämlich nach Abschluss der Projektarbeiten, werden dann Studien angefertigt, um heraus zu finden, was diese Vorhaben der Region konkret gebracht haben. Die gesamte Bauphase selbst bleibt als eine Art "Black Box" ungenutzt für eine sinnvolle Vorbereitung.

Mit dem Ansatz einer prozessbegleitenden Vorbereitung will die AS Partner AG, jeweils gemeinsam mit anderen Partnern, bereits die Bauphase nutzen, um die zukünftigen Optionen, etwa nach der Eröffnung eines Tunnels oder nach einer Olympiade, mit der erforderlichen Sorgfalt zu untersuchen und vorzubereiten. Die Zielsetzung besteht darin, sich mit Fragestellungen rechtzeitig auseinander zu setzen, die für die Zukunft einer Region von zentraler Bedeutung sind:

  • Welche neuen Möglichkeiten einer nachhaltigen Entwicklung bietet das Projekt für touristische Betriebe bzw. die touristische Vermarktung,
  • Wie und mit welchen Schwerpunkten kann die Neuansiedlung innovativer Unternehmen oder der Aufbau von Kompetenzzentren vorbereitet und gestaltet werden?

Ein zentraler Aspekt der prozessbegleitenden Vorbereitung besteht in der Sensibilisierung für solche Fragestellungen, um nicht blindlings und mit ungeprüfter Hoffnung in die "Nachereignis-Zeit" hineinzuschlittern.

Philipp Schmid studierte Naturwissenschaften (Fachrichtung Biotechnologie) an der ETH Zürich. Nach Studienabschluss und Auslandsaufenthalten wurde er zunächst Leiter der Abteilung "Ökologie und Umwelttechnik" bei der Elektrowatt Ingenieurunternehmung AG. 1993 gründete er zusammen mit einem Partner die AS Partner AG mit Schwerpunkt Projektmanagement (Sitz in Visp). Er ist außerdem Geschäftsleiter der TZO-Technozentrum AG zur Förderung innovativer Jungunternehmer und seit 2001 Leiter des Instituts für Wirtschafts- und Sozialfragen IWS. Philipp Schmid ist Mitglied des Verwaltungsrates verschiedener Gesellschaften und Präsident des Plenum VS mit Sitz in Bern.



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