Die Alpenkonvention, Nr. 17 - Jahrgang 1999
Alpenforum - konstruktiv am Werk
Der Verein 'Alpenforum', der unter anderem die Umsetzung der Alpenkonvention unter seinen vorrangigen Zielen führt, trat in den vergangenen Monaten mit zwei Aktivitäten an die Öffentlichkeit: Eine ansprechend gestaltete Schriftenreihe wurde mit den internationalen Beiträgen zur im Vorjahr stattgefundenen Tagung 'Wasser: Flüssiges Gold der Alpen" gestartet. Im Anschluß an die im Mai 1999 in Murau durchgeführte Veranstaltung 'Leben in den Alpen - Chancen einer sozialverträglichen Zukunft' wurde ein 15-Thesen-Papier entwickelt und die alpenweite Diskussion stimuliert. Auch dies ein Beitrag zum Umsetzen der Verpflichtungen aus der Alpenkonvention zum Thema 'Bevölkerung und Kultur".
Das "Alpenforum' führte am 27. Mai im Hotel Brauhaus in Murau eine Vortragsveranstaltung zum Thema "Leben in den Alpen - Chancen einer sozialverträglichen Zukunft" durch. Wie der Präsident des"Alpenforums', Dr. Dipl.-Ing. Ian C. Meerkamp van Embden, einleitend anmerkte, haben die enormen Strukturveränderungen der letzten Jahrzehnte im Alpenraum zu mehr Wohlstand und einem deutlich höheren Lebensstandard der Bevölkerung geführt. Aber auch zum Verlust einstmals gesicherter, wenn auch bescheidener Lebensgrundlagen'.
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Dr. van Embden: Der Tourist will den Zentren unserer Industriegesellschaft entfliehen und träumt von einer scheinbar heilen Alpenwelt. Aber dieser Schein trügt. Der fortschreitenden Urbanisierung in standortgünstigen Tallagen steht vielfach ein Bevölkerungsschwund In strükturschwachen Gemeinden und die Auswanderung vor allem junger Menschen gegenüher".
Dem unaufhaltsamen Niedergang der Berglandwirtschaft und vieler Unternehmen sei in den letzten 20 Jahren ein immer höherer Verlust an Einzelhandelsgeschäften, Mittelstands- und Handwerksbetrieben sowie schließlich auch öffentlicher Dienstleistungen in strukturschwachen Gemeinden gefolgt. "Die damit verbundene volkswirtschaftliche Demontage, vor allem aber der Verlust kultureller und sozialer Identität ist nicht zu leugnen", meint Dr. van Embden. "Man war bemüht, den materiellen und sozialen Schwund durch -ein entsprechendes Wachstum in Form unterschiedlicher Dienstleistungen zu kompensieren. Der Tourismus galt dabei und gilt auch heute noch als Erfolgsrezept. |
Dr. Dipl.-Ing. lan C. Meerkamp van Embden, Präsident des "Alpenforums". |
Doch auch hier mehren sich die Fragezeichen, denn die Tourismusbranehe selbst unterliegt insbesondere in den großen Wintersportzentren einem immer gnadenloseren Konkurrenzkampf um die Gunst der Gäste. Und dies fast immer auf Kosten des begrenzt verfügbaren Naturkapitals.
Die massive Interventionspolitik zum Bau subventionierter Wintersportzentren aus der Retorte hat sich gerade in den Westalpen nachweislich nicht zum Vorteil der dortigen Gemeinden entwickelt. Verdient haben an solchen Projekten in erster Linie die externen Promotoren".
Der Präsident des "Alpenforums" erwähnte auch die Verkehrssituation: "Der Personenverkehr, vor allem aber der massive Gütertransport auf den Straßen der alpinen Nord-Süd-' und Ost-West-Verkehrsachsen hat explosionsartig zugenommen und wächst ungebrochen weiter. Der regionale Nahverkehr wird überlagert von der steigenden Zahl von Pendlern, die oft weite Anfahrten zu ihren meist städtischen Arbeitsplätzen in Kauf nehmen müssen. Diese Entwicklung hat das Leben unserer Gemeinschaft geprägt, keineswegs zum Vorteil".
Das „Alpenforum" will Wege diskutieren, - wie positive Entwicklungstendenzen unterstützt und sozial unverträgliche Trends korrigiert, ja, vielleicht sogar vermieden werden könnten. Das "Alpenforum" hat Vorschläge erarbeitet. Die MURTALER ZEITUNG wird in den nächsten Ausgaben einen Auszug aus den „15 Thesen zur sozialverträglichen Entwicklung des Alpenraumes“ veröffentlichen.
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Murtaler Zeitung, 06. Juni 1998
Wasser: Flüssiges Gold der Alpen Bedeutende Wissenschaftler aus Deutschland, Italien, der Schweiz, Österreich und der EU diskutierten unter dem Thema ,Wasser, flüssiges Gold der Alpen- am 4. Juni im Brauhaus Murau darüber, wie man die Ressourcen des Wassers in den Alt)en schützen, pflegen und für die Zukunft erhalten kann.
Das große Interesse an der Zukunft des "Überlebensmittels" |